Sonntag, 28. Mai 2017

Verlag und Druckerei im C.H. Beck Konzern stehen bestens da!



(Erfolgs-) Sonderzahlung auch für die Beschäftigten des Verlags in München.

Auf der im Mai stattgefundenen Betriebsversammlung des Verlags in München verkündete der Verleger Dr. Hans-Dieter Beck, dass das Geschäftsjahr auch im Verlag ein sehr gutes war und die Beschäftigten eine Sonderzahlung von 750 Euro erhalten.
Zudem wurde den Beschäftigten des Verlags in München eine Entgelterhöhung für August 2017 angekündigt, deren Höhe allerdings noch offen ist.

Unglaubliche Arbeitgeber! Geld nur Gegen Geld!
Aktuell finden für den Tarifbereich Buchhandel und Verlage in Bayern (zu dem auch der Verlag C.H. Beck gehört) Tarifverhandlungen statt. Die bay. Arbeitgeber haben den Manteltarifvertrag gekündigt. Entgelterhöhungen soll es nach dem Willen der Arbeitgeber nur geben, wenn die Beschäftigten u. a. Einschnitte beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld akzeptieren. Zur Verhandlungskommission der bay. Arbeitgeber gehört auch der Personalchef des C. H. Beck Verlags. Das heißt, der Verlag C.H. Beck beteiligt sich über ihr Mitglied in der Verhandlungskommission aktiv an der massiven Verschlechterung der Tarifverträge für Buchverlage in Bayern.

 
Auch die Druckerei steht bestens da!
So schnell kann es gehen. Wurde bei den Tarifverhandlungen um einen neuen Tarifvertrag im Jahr 2016 noch auf allerhöchstem Niveau gejammert und gar mit Personalabbau und neuen Werkverträgen gedroht, verkündete der Verleger im Januar 2017 in Nördlingen das zweitbeste Ergebnis der Druckerei. Als Anerkennung für das zweitbeste Ergebnis der letzten 10 Jahre und „als Dank für die geglückte Tarifflucht am Standort Nördlingen“ (Anm. der Redaktion), gab es in Nördlingen für die Beschäftigten eine Sonderzahlung von 400 Euro.

Offen ist nach wie vor für die Druckerei die nächste und längst überfällige Entgelterhöhung. Die letzte Entgelterhöhung für den Bereich der Druckerei gab es am 01.11.2015, jedoch unterschiedlich nach Beschäftigungsgruppen in Höhe von 2,5 Prozent, 2,0 Prozent sowie 0,9 Prozent (Inflationsausgleich).
Die Beschäftigten der Buchbinderei erhalten ab 01.01.2017 eine Entgelterhöhung von 3,0 Prozent, allerdings wurden zum 01.11.2016 die Stundenlöhne um 10,8 Prozent abgesenkt.

Man darf gespannt sein, was sich in Sachen Entgelterhöhung in München und Nördlingen tut…



 

Sonntag, 21. Mai 2017

DRUCK + PAPIER Newsletter


Nach Gutsherrenart

Geschäftsführer der Firmengruppe Appl drangsaliert Betriebsratsvorsitzenden / Vorwurf: unsolidarisch mit der Firma

 Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 unter dem Link findet ihr den aktuellen DRUCK + PAPIER Newsletter zu o. g. Thema.

 
 
 
 
 
 
 

Mittwoch, 17. Mai 2017

Harte Arbeit verdient kräftige Lohnerhöhungen !

2.500 Streikende gehen im bayerischen Handel auf die Straße
  
Foto: Hubert Thiermeyer

Nürnberg u.a., 16.05.2017. Über 2.500 Beschäftigte aus 90 Betrieben im bayerischen Handel folgten am 16.05.2017 dem Streikaufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). 2.000 Streikende machten sich zur zentralen Streikkundgebung nach Nürnberg auf. Besondere Unterstützung erfuhren die Handelsbeschäftigten vom ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske: „Die Arbeit im Handel ist hart: Personalknappheit, oft unfreiwillige Teilzeit und niedrige Löhne gehören zum Alltag der Beschäftigten, gleichzeitig steigen Umsätze und Gewinne der Unternehmen. Eine kräftige Lohnerhöhung ist mehr als überfällig.“

Aufgerufen wurden Beschäftigte aus ausgewählten Betrieben der Unternehmen Amazon, Adveo, Alliance Healthcare, Dehner, Esprit, Feneberg, H&M, Hugendubel, Karstadt, Kaufhof, Kaufland, Lidl, Marktkauf, MediaMarkt, Metro C&C, netto, Norma, Phoenix Pharmahandel, real,-, Selgros, V-Markt, Wöhrl und Zara.

Als Grund für die bayernweite Streikaktionen nannte ver.di den enttäuschenden Auftakt der Tarifverhandlungen im Einzel- und Versandhandel, im Groß- und Außenhandel, sowie im Buchhandel in Bayern. Die Arbeitgeber machten entweder überhaupt kein Angebot oder legten im Einzelhandel ein Angebot vor, welches deutliche Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten würden. Die Forderungen nach der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge lehnten sie kategorisch ab.

„Viele Arbeitgeber haben sich aus der sozialen Verantwortung gestohlen. Nur noch 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Einzelhandel tarifgebunden, im Groß- und Außenhandel sind es nur noch 21 Prozent. Das muss sich ändern! Wir brauchen all-gemeinverbindliche Tarifverträge, damit die Lohnspirale nach unten gestoppt wird“, erklärte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske auf der Streikkundgebung.
„Sollte sich die Arbeitgeberseite in den nächsten Tarifverhandlungen nicht wesentlich bewegen und gemeinsame Schritte zu mehr Wertschätzung und Anerkennung auch bei den Entgelten und im Kampf gegen die drohende Altersarmut unternehmen, sind wir gezwungen, die Streikaktionen fortzusetzen und auszuweiten“, so Hubert Thiermeyer, ver.di-Verhandlungsführer in Bayern.

Foto: Hubert Thiermeyer

Der Streik um existenzsichernde Tarifverträge bei Amazon geht weiter!

Die Beschäftigten und die Streikleitung bei Amazon in Graben bei Augsburg haben entschieden, dass der Streik bis Donnerstag, 18. Mai (gestreikt wird seit Montag, 15. Mai) verlängert wird.
 
 

Montag, 15. Mai 2017

Ganz aktuell: Streiks bei Amazon in Graben werden unermüdlich fortgesetzt und "Das LIDL-Imperium"




Graben bei Augsburg, 15.05.2017. Seit heute Morgen 5.15 Uhr streiken erneut die Kolleginnen und Kollegen um existenzsichernde Arbeitsbedingungen und gegen die drohende Altersarmut für Tarifverträge bei Amazon, werden. Gerade im Kampf um gute und gesunde Arbeit sind diese existenzsichernden Tarifverträge ein zentraler Schritt.

„Die Beschäftigten bei Amazon leisten Tag ein Tag aus hervorragende Arbeit. Der Amazon Gründer Jeff Bezos ist laut Forbes Liste mittlerweile der dritt reichste Mensch der Welt. Dennoch verwehrt Amazon den Beschäftigten in Deutschland existenzsichernde Tarifverträge. Daher werden die Kolleginnen und Kollegen in Graben heute wieder auf sich aufmerksam machen, dass es nur mehr als gerecht ist, ein Stück vom Amazon Erfolg auch im eignen Geldbeutel zu spüren“, so Thomas Gürlebeck, ver.di Streikleiter in Graben.

Wenn transnationale Konzerne sich Wettbewerbsvorteile auf dem Rücken der Beschäftigten verschaffen, heizt dies den ruinösen Verdrängungswettbewerb im Handel noch weiter an“, so Hubert Thiermeyer, Leiter in ver.di für den Handel in Bayern. „Amazon diktiert aktuell  einseitig die Löhne (wie auch bei C.H. Beck in Nördlingen), überwacht die Beschäftigten und setzt sie gesundheitsschädlichem Leistungsdruck aus. 
 
         

Programmankündigung ZDFzeit "Das LIDL-Imperium"

Am Dienstag, 16.05.2017 um 20.15 Uhr wird über Lidl (Markencheck) im ZDF berichtet. Es wird auch der Konflikt mit der geplanten Kündigung des Kollegen Aytekin (LIDL Betriebsrat) aus Graben bei Augsburg aufgegriffen.
 
 

Sonntag, 7. Mai 2017

Neu auf ver.di TV!


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hier unsere aktuellen Beiträge auf ver.di TV.

Unsere aktuellen Videos zu den Themen:

Umfrage: Warst Du in letzter Zeit im Krankenhaus?
Warst Du in letzter Zeit im Krankenhaus? Hatte man dort genügend Zeit für die Patienten? Was müsste man ändern?
NOCH FRAGEN? ist eine regelmäßig erscheinende Straßenumfrage zu Themen, die uns alle bewegen. Du kannst bestimmen, welche Frage wir stellen. Schreib uns einfach!
verdi.tv@verdi.de oder auf facebook.com/verdi.2.0
http://bit.ly/2oSPrUC

Die Kinderreporter: Was ist Rente?
Gehört haben wir den Begriff alle schon, aber was hat es nun eigentlich genau mit der Rente auf sich? Wer bekommt Rente? Wer bezahlt die Rente? Und wieso bekommen eigentlich nicht alle die gleiche Rente? Lissi und Edda machen sich auf die Suche nach Antworten.
http://bit.ly/2pQQzEC

Violas Werbeblog für die Selbstverwalter-Sozialwahlen 2017
Alle sechs Jahre finden Sozialwahlen statt, gerade ist es wieder so weit. Dabei geht es um die Wahl der Selbstverwaltungsorgane bei den gesetzlichen Sozialversicherungsträgern. Viola, die Versichertenälteste erklärt, was es damit auf sich hat, was eine Urwahl, was eine Friedenswahl ist, und warum manche Versicherte zwei Wahlbriefe erhalten und andere gar keinen.
http://bit.ly/2prmwG4

Diese und viele andere interessante Filme rund um das Thema Arbeit und Gewerkschaft gibt es in unserer Mediathek zu sehen:
https://www.verdi.de/verditv

Wir freuen uns über Verbreitung via Facebook, Twitter & Co. und über Anregungen und Hinweise auf interessante Aktionen und Themen.


Viele Grüße,
Eure ver.di TV-Redaktion
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ver.di Bundesverwaltung
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
 
 
 
 

Dienstag, 2. Mai 2017

Spielraum nach oben


 

Die Lohnkosten hierzulande liegen im EU-Vergleich auf Platz 7, also im oberen Mittelfeld. Gleichzeitig weist Deutschland den weltweit größten Exportüberschuss auf.

Für 240 Milliarden Euro, fast acht Prozent der Wirtschaftsleistung, wurden im Jahr 2016 mehr Güter und Dienstleistungen an das Ausland verkauft als von dort gekauft. Das ist nicht gut, sondern ein Problem. Denn die Überschüsse der einen sind die Defizite und die Verschuldung der anderen.

Zu hoch sind die Löhne bei uns also nicht. Im Gegenteil. Mit höheren Löhnen könnten wir mehr Güter und Dienstleistungen aus dem Ausland kaufen, z.B. aus Defizitländern wie Griechenland. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist nicht gefährdet, sondern übermäßig.

Besonders niedrig sind die Löhne im Dienstleistungsbereich, mehr als 20 Prozent geringer als in der Industrie. Hier gibt es Nachholbedarf. In den anderen Ländern ist der Abstand viel kleiner. In manchen sind die Dienstleistungslöhne sogar höher als in der Industrie.

Die prozentualen "Lohnnebenkosten" der Arbeitgeber liegen bei uns unter dem EU-Durch-schnitt. Das macht Druck auf andere Länder, die Sozialbeiträge zu senken. Besser wäre, wenn die Arbeitgeber bei uns endlich wieder die Hälfte der Beiträge zahlen. Anderswo zahlen sie sogar mehr als das. Dann würden auch höhere Beitragsätze zur Finanzierung von besseren Renten die Beschäftigten wenig belasten. Deutschland kann es sich leisten.
 
 
 
 

Mittwoch, 26. April 2017

1. Mai – Tag der Arbeit!



Maikundgebungen im Landkreis Donau-Ries

Nördlingen, 1. Mai 2017, 10:30 Uhr, Kundgebung
Kulturzentrum Ochsenzwinger
Redner: Werner Glonning, DGB Kreisvorsitzender Günzburg

Donauwörth, 1. Mai 2017, 10:00 Uhr, 1. Mai-Veranstaltung/Kundgebung
Demonstrationszug von der Stadtpfarrkirche durch die
Reichsstraße zum Zeughaus, 10:15 Uhr Kundgebung
Redner: Roberto Armelini, 2. Bevollmächtigter IGM Augsburg

Wemding, 1. Mai 2017, 10:00 Uhr, Kundgebung
Rathaus Wemding,                                                                    
Redner: Rudi Kleiber, stellvertr.Geschäftsführer ver.di Augsburg

 
Wir sind viele.

    Wir sind eins.
 

Mittwoch, 19. April 2017

Überzeugen, verhandeln, streiken

Wie die Belegschaft bei der Verpackungsfirma Freund in Nordhausen den Tarifvertrag durchsetzte

Die jüngste DRUCK+PAPIER steckte kaum im Briefkasten, da meldete sich André Jäger. »Mit großem Interesse und auch ein bisschen Begeisterung habe ich euren Aufruf in der neuen DRUCK+PAPIER gelesen. Das ist wirklich ein toller Vorstoß und ich möchte gleich etwas beisteuern.« Wir hatten die Leser/innen aufgefordert, uns Themen zu schicken, die wir recherchieren. Ist der Beitrag für viele interessant, wird der Text veröffentlicht.

André Jäger hat schon in etlichen Betrieben als Drucker gearbeitet. Aber »in fast 20 Arbeitsjahren bin ich noch nie in den Genuss des Tariflohns gekommen.« Wie kommt man raus aus der Tariflosigkeit? Wie wird eine Belegschaft so stark, dass sie Veränderungen erreichen kann? Das möchte er von DRUCK+PAPIER wissen.
 

Detlef Kreiter hat einen nach dem anderen für ver.di geworben. Nach fünf Jahren war es geschafft: Es gibt einen Haustarifvertrag.

Kaum ein Mitglied
Das hat sich auch Detlef Kreiter gefragt. Er ist Versandleiter bei der Verpackungsfirma Freund im thüringischen Nordhausen. Dort war die Belegschaft unzufrieden: dauernde Wochenendarbeit, unregelmäßige Schichten, eine 40-Stunden-Woche, nur vier Wochen Urlaub, kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld und schlechte Bezahlung. Die meisten der damals etwa 70-köpfigen Belegschaft verdienten um die 8,50 Euro, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Den gesetzlichen Mindestlohn gab es noch nicht.

Der Unterschied zum Tarifvertrag der Papierverarbeitung hätte kaum größer sein können. Wie sollte es gelingen, den Eigentümer zu Tarifverhandlungen zu bewegen? Zumal fast niemand Mitglied der Gewerkschaft war. Außer Detlef Kreiter war nur noch ein Kollege bei ver.di organisiert. Doch der blieb lieber unerkannt. Sieben Jahre ist das her.
Heute gilt ein Haustarifvertrag. Drei Viertel der Beschäftigten sind Mitglied bei ver.di. Dazwischen lagen mehr als fünf Jahre Überzeugungsarbeit: reden, werben, verhandeln. Allein die Verhandlungen mit der Geschäftsführung hatten zwei Jahre gedauert, hinausgezögert von den gegnerischen Anwälten, blockiert durch den Wechsel von drei Geschäftsführern. Die Firma Freund war zwischenzeitlich von der Weig-Gruppe übernommen worden.

Zurück ins Jahr 2010. Aus dem Stammsitz der Firma Freund im niedersächsischen Georgsmarienhütte waren Gerüchte nach Thüringen geschwappt. Unternehmensberater wären dort im Betrieb. Von Personalabbau war die Rede, die Standorte Krefeld und Dresden wurden geschlossen. Der Berater, den ver.di zur Unterstützung für Georgsmarienhütte hingezogen hatte, riet den Thüringern: »Ihr müsst rein in ver.di!«
Du, wir brauchen dich
Dem Rat ist Detlef Kreiter gefolgt. Einen nach dem anderen wirbt er für die Gewerkschaft, damals noch als Betriebsratsvorsitzender, später als Tarifkommissionsmitglied, heute macht er als Vertrauensmann weiter. Er ist auf die Kolleg/innen im Betrieb zugegangen, offen, ohne sich zu verstecken, du, wir brauchen dich. Stur sei er, zäh und hartnäckig, sagt Monika Helfensritter von ver.di in Erfurt.
»Mehr als fünf Jahre haben wir im Landesfachbereich daran gearbeitet, dass die Belegschaft heute einen Tarifvertrag hat.« ver.di lud zu Mitgliederversammlungen ein, wählte eine Tarifkommission, schulte die Mitglieder. Doch erst als die Belegschaft zwei Stunden lang die Arbeit niederlegte, hat die Geschäftsleitung den Haustarifvertrag unterzeichnet.

Arbeitszeit, Jahressonderzahlung und Lohn werden stufenweise verbessert. 2019 gibt es die 37-Stunden-Woche und die tarifliche Jahressonderzahlung von 95 Prozent; 30 Urlaubstage sind schon nächstes Jahr fällig. Dann gibt es auch den vollen Tariflohn. Ein Erfolg, sagt Monika Helfensritter. Stimmt, pflichtet ihr Detlef Kreiter bei. Allerdings ärgert ihn eines maßlos: Dass Kollegen, die nicht in ver.di eintreten, dennoch Tarifleistungen erhalten.
Gesprächsstoff
André Jäger wird die aktuelle DRUCK+PAPIER im Betrieb verteilen. Denn wenn etwas drinsteht über die Situation in anderen Betrieben, dann sei das am nächsten Tag Thema bei den Kolleg/innen. »Die Zeitung hat das Potenzial zum Aushängeschild der Gewerkschaft zu werden.«
Text: Michaela Böhm; Foto: privat

Wenn ihr selbst ein Thema habt – schreibt uns: Ihr bestimmt, wir recherchieren.  drupa@verdi.de
 
 
 

Donnerstag, 13. April 2017

Aktuelles zur Kündigung des Betriebsrats bei LIDL und dem Warnstreik bei Amazon!

Handelskonzern LIDL verliert am Arbeitsgericht Augsburg - Betriebsrat darf nicht gekündigt werden!

Das radikale Vorgehen des Handelskonzern LIDL gegen demokratisch gewählte Betriebsräte wurde am 13.4.2017 vom Arbeitsgericht Augsburg gestoppt. Lidl darf das betroffene Betriebsratsmitglied nicht kündigen. Das Arbeitsgericht Augsburg hat nach knapp einstündiger Verhandlung entschieden, dass die Zustimmung zur fristlosen Kündigung des Betriebsratsmitglieds nicht erteilt wird.

 


Der zuständige ver.di Gewerkschaftssekretär, Thomas Gürlebeck, und der Lidl Betriebsrat fühlen sich mit der Entscheidung des Arbeitsgerichts voll und ganz in ihrer Auffassung bestätigt. „Lidl durfte heute die Erfahrung machen, dass Betriebsratsmitglieder einen besonderen hohen Schutz auf Grund Ihrer Tätigkeit haben und nicht auf Verdacht fristlos gekündigt werden dürfen“, so Thomas Gürlebeck.

„ Demokratie und Mitbestimmung dürfen vor dem Betriebstor nicht enden. Der Betriebsrat und ver.di gehen jetzt davon aus, dass die Lidl Geschäftsführung die Jagd auf Betriebsräte beendet und zukünftig im Interesse der Beschäftigten auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Betriebsrat und ver.di wert legt“, so Gürlebeck ab-schließend.



Ver.di dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der heutigen Demonstration vor dem Arbeitsgericht Augsburg, sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern der Postkartenaktion.

Augsburg, 13.4.2017.
Thomas Gürlebeck, ver.di Augsburg


Streiks bei Amazon in Graben werden unermüdlich fortgesetzt - Tarifverträge schützen vor Altersarmut!

Im Kampf um existenzsichernde Arbeitsbedingungen und gegen die drohende Altersarmut durch Tarifverträge bei Amazon, werden die Beschäftigten am Amazon Standort in Graben bei Augsburg am Donnerstag, den 13.4.2017 mit der Frühschicht erneut zum Streik aufgerufen. Gerade im Kampf um gute und gesunde Arbeit sind diese existenzsichernden Tarifverträge ein zentraler Schritt.

 „Die Beschäftigten bei Amazon sind genau diejenigen, die im Alter von der Altersarmut betroffen sind und, dass Amazon nach wie vor Tarifverhandlungen ablehnt, ist schon frech. Höhere Einkommen z.B. durch tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind für die Amazon Beschäftigten heute schon von Bedeutung. Zentral ist, dass solche tarifvertraglichen Leistungen ein wichtiger Schritt gegen die drohende Altersarmut darstellt “, erklärte Thomas Gürlebeck, ver.di Streikleiter in Graben.

 


„Neben den monetären Aspekten sind Tarifverträge auch ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für die Kolleginnen und Kollegen“, so Gürlebeck weiter. „Uns wurde berichtet, dass es in einzelnen Abteilungen ein Redeverbot für die Beschäftigten gibt. Andere Beschäftigte berichten uns, dass ihnen vorgerechnet wurde, wie lange sie für den Toilettengang brauchen dürfen. Das hat mit einem respektvollen und menschlichen Umgang nichts zu tun. Auch das muss sich ändern, “ so Gürlebeck abschließend.

 

 

Der Kampf um existenzsichernde Tarifverträge bei Amazon hat nicht nur elementare Bedeutung für die Beschäftigten bei Amazon selbst, sondern für den gesamten Einzelhandel. Wenn transnationale Konzerne sich Wettbewerbsvorteile auf dem Rücken der Beschäftigten verschaffen, heizt dies den ruinösen Verdrängungswettbewerb im Handel noch weiter an“, so Hubert Thiermeyer, Leiter in ver.di für den Han-del in Bayern.


„Amazon diktiert momentan einseitig die Löhne, überwacht die Beschäftigten und setzt sie gesundheitsschädlichem Leistungsdruck aus. Viele Kunden und Beschäftigte akzeptieren dies auf Dauer nicht“, erklärte Hubert Thiermeyer.

 


Graben bei Augsburg, 13.04.2017
Thomas Gürlebeck, ver.di Streikleiter



 
Frohe Ostern und schöne Osterfeiertage
wünscht Euch Eure Bog-Redaktion
 
 




Freitag, 7. April 2017

Ver.di Augsburg kompakt Nr. 4 erschienen


Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

ab 2017 erscheint monatlich der bezirkliche Newsletter des ver.di Bezirks Augsburg „ver.di kompakt“.

Mit dem neuen monatlichen Newsletter wollen wir Euch insbesondere über unsere regionalen Aktivitäten in Betrieben, Dienststellen und Ortsvereinen informieren.
 
Die neue Ausgabe April 2017 hat u. a. folgende Themen:

  • Appl-Imperium schlägt wieder mal zu – oder wie man gegen einen Betriebsrat vorgeht / fertig macht
  • Fachbereich Ver- und Entsorgung startet Befragung zur Belastung bei den Stadtwerken Augsburg
  • 12. Mai 2017 Internationaler Tag der Pflege – Zentrale schwäbische Demonstration der schwäbischen Pflegekräfte und Abschlusskundgebung in Augsburg
  • Das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz
  • 1. Mai 2017 – Veranstaltungskalender

Ver.di kompakt findet ihr unter: www.augsburg.verdi.de

Mit besten Grüßen
ver.di Bezirk Augsburg