Donnerstag, 25. September 2014

Neue Streikwelle bei Amazon Graben!


Respekt durch existenzsichernde Tarifverträge für die Beschäftigten!


Im Konflikt um existenzsichernde Tarifverträge beim größten Versandhändler in Deutschland Amazon geht die Streikwelle in Graben bei Augsburg in eine neue Runde.

Ab Montag, 22.09. 2014, 5.00 Uhr morgens sind die Beschäftigten zum Streik aufgerufen. Geplant ist der Streik vorerst bis einschl. Dienstag, 23.09.2014.
 
 

 „Der Leistungsdruck nimmt mittlerweile unmenschliche Züge an. Vielfach werden
Kolleginnen und Kollegen gegeneinander ausgespielt, sie werden unnötigem Überwachungsdruck ausgesetzt. Die dringend notwendige Sicherheit durch Tarifverträge
wird ihnen verweigert; dagegen kämpfen wir“, so Thomas Gürlebeck, ver.di Streikleiter
in Graben.



 
"Unser Kampf um existenzsichernde Tarifverträge ist auch ein Kampf um Respekt
vor den Beschäftigten. Sicherheit durch Tarifverträge ist elementar", erklärte Luise
Klemens, ver.di Landesleiterin Bayern.

 
Die Unternehmensleitung Amazon diktiert momentan einseitig die Löhne!

So bekommen Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverhältnissen zwei Euro weniger Stundenlohn als ihre unbefristeten Kollegen. Dieses Lohndiktat muss durch faire Tarifverträge ein Ende haben“, ergänzte Hubert Thiermeyer, Leiter in ver.di für den Handel
in Bayern.

 



Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Bayern hatte Ende November
2013 die Geschäftsführung des Versandhandelszentrums in Graben zu Tarifverhandlungen
über existenzsichernde Tarifverträge aufgefordert. Dies lehnte die Unternehmensleitung
postwendend ab. Darauf kam es am 16. Dezember, mitten im Weihnachtsgeschäft, zur ersten Streikaktion bei Amazon in Graben. Im Juni folgte die zweite Streikaktion.


„Wir machen weiter“ – 3. Streiktag!

Auch am zweiten Streiktag war trotz der kühlen Temperaturen bereits am frühen Morgen deutliche Entschlossenheit der Beschäftigten spürbar. Dies führte auch zu einem einstimmigen Beschluss der Streikversammlung, den Streik in Graben auch am Mittwoch, 24.09.14 fortzusetzen.


Nicht einmal die Angst vor Druck und um den eigenen Arbeitsplatz hat viele Beschäftigte heute davon abgehalten dem Streikaufruf von ver.di zu folgen. Dieser Mut und diese Entschlossenheit verdient unsere Anerkennung “, so Thomas Gürlebeck, ver.di Streikleiter in Graben.

 
 
 
 
 
 
 
Heiterkeit und Ärger in einem löste bei der Streikkundgebung die offizielle Pressestellungnahme von Amazon aus. Als der ver.di Streikleiter die Pressemeldung von Amazon zu der Arbeitssituation bei Amazon auszugsweise zitierte, wechselten sich Pfiffe und Gelächter bei den Streikenden ab.
 
 
„Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, stimmten die Streikenden einstimmig für die Ausweitung des Streiks auf Mittwoch“.







Dienstag, 23. September 2014

Buchbinderei und Versand: Zweite Runde der Tarifverhandlungen


 

 

 
 
 
 
 
 
 
Arbeitgeber bewegen sich nicht einen Millimeter – fehlende Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern!

Der Arbeitgeberverband HPV hat in der zweiten Verhandlungsrunde sein inakzeptabel schlechtes Angebot vom letzten Mal nur noch einmal bekräftigt. „Das zeigt, dass die Arbeitgeber ihren Beschäftigten keine ausreichende Wertschätzung entgegen bringen“, kritisierte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke die Bewegungslosigkeit der Arbeitgeber in Berlin.

Die Begründung des HPV: Tariflose Firmen, die Niedriglohn zahlen, jagen mit niedrigen Preisen den Betrieben Aufträge ab.

Die ver.di-Verhandlungskommission konterte:

Preiskonkurrenz darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Deshalb müssen die verbesserten gesetzlichen Möglichkeiten genutzt werden, den Tariflohn auch bei dieser „Schmutzkonkurrenz“ durchzusetzen. Doch diesem Vorschlag verweigerten sich die Unternehmer kategorisch.

Vorschlag von ver.di

Nach intensiver Beratung hat die ver.di-Verhandlungskommission den Arbeitgebern ein abschlussfähiges Angebot unterbreitet, um die Verhandlungen voranzubringen. Ver.di forderte den HPV auf, einen Abschluss zu vereinbaren, der sofort wirksame Lohnerhöhung von 3,7 Prozent für die nächsten 12 Monate beinhaltet. Und damit diese Löhne in allen Betrieben der Branche bezahlt werden müssen, sollen sie darüber hinaus für allgemeinverbindlich erklärt werden.

Die Tarifverhandlungen werden am 1. Oktober in Berlin fortgesetzt.

Zur Unterstützung der Tarifverhandlungen werden weitere Warnstreiks folgen, damit den Arbeitgebern klar wird, dass man so mit den Beschäftigten nicht umgehen kann!
 

Mittwoch, 17. September 2014

Arbeitgeber verteidigt Werkvertragsvergabe von Sammelhefter und Adressierung!

Fragen der Beschäftigen bleiben unbeantwortet!
 
Auf der Abteilungsversammlung für die Buchbinderei und den Versand am 16.09.2014 ging es schwerpunktmäßig um die Werkvertragsvergabe der kompletten Tätigkeiten am Sammelhefter und an der Adressierung.

Mit dieser Vergabe per Werkvertrag an einen externen Dienstleister wird ein Teil des Kerngeschäftes der Druckerei C.H. Beck und des Beck Verlages einer Fremdfirma überlassen. Dadurch werden weitere Tarifverträge ausgehebelt. Ganz offensichtlich geht es auch hier darum, arbeits- und tarifrechtlichen Standards zum Zweck der Profitmaximierung zu unterlaufen! 

Als weitere Negativbeispiele nannte der ver.di Sekretär Rudi Kleiber die Vergabe von Rotationen und Klebebinder oder des kompletten Helferbereichs per Werkvertrag.
 
Profitmaximierung und Umgehung von Tarifverträgen
Die rund 50 verlagseigenen Zeitschriftentitel sollen weiterhin unter dem Dach der Beck’sche bzw. der Buchbinderei hergestellt werden – um so die größtmögliche Einflussmöglichkeit auf Termine, Produktionsabläufe usw. zu haben – aber eben mit deutlich billigerem Personal, also unter Umgehung von Tarifverträgen.

Das Argument der Geschäftsleitung, dass die Leiharbeiter die Stammarbeitsplätze sichern, greift hinsichtlich dieser Werksvertragsvergabe offensichtlich nicht mehr. Wurde doch 2014 das Leiharbeitskontingent erhöht und nur wenige Monate später die Entscheidung über die nun anstehende Werkvertragsvergabe getroffen.

Offene Fragen und Ungereimtheiten bleiben
Die marktüblichen Preise für 1.000 Zeitschriften liegen laut Geschäftsleitung angeblich zwischen 5 und 8 Euro. Die Produktionskosten in der eigenen Buchbinderei liegen hier deutlich höher, so die Geschäfts- und Bereichsleitung. Schuldig blieb man allerdings den Beschäftigten nach wie vor konkrete Zahlen, von angeblichen Konkurrenten.

Insbesondere kann man nicht die speziellen, sehr hohen Anforderungen bei der Produktion der Fachzeitschriften des Beck Verlages so ohne  weiteres mit der Produktion anderer Zeitschriften vergleichen. Die Vermutung liegt sehr nahe, dass die Arbeitgeberseite hier mit Statistik-Zahlen argumentiert, die nicht vergleichbar sind bzw. auf Basis eines vor kurzem im  Hause tätigen Unternehmensberaters errechnet wurden.

Antworten auf diese Fragen/Ungereimtheiten  blieben die Geschäfts- und Bereichsleitung den Anwesenden schuldig.

Werkverträge in der Grauzone
Große Zweifel wurden auch laut, ob die Produktion der Beck-Zeitschriften de facto entsprechend den gesetzlichen Vorgaben für Werkverträgen von statten gehen wird oder ob sich hier nicht vieles in einer rechtlichen „Grauzone“ bewegen wird (z.B. Eingriffe der Buchbindereileitung in konkrete Produktionsabläufe).

Wenig zufriedenstellend war auch die Aussage der Geschäftsleitung, dass aus „heutiger Sicht“ es keine weitere Werkvertragsvergabe geben wird.

Bekanntlich verfährt man ja hier gerne nach der Devise:
„Was schert mich mein Geschwätz von gestern“!

Tarifrunde 2014 – Haustarife erstmals in 2015 kündbar!
In engem Zusammenhang mit den Haustarifverträgen für die Buchbinderei und Versand – die erstmals in 2015 kündbar sind - steht die aktuelle Tarifrunde in der Papierverarbeitung. Die Arbeitgeber der Papierverarbeitung unterbreiteten ein völlig unzureichendes Angebot von 1,3 % bei 12 Monaten Laufzeit. Erste Warnstreiks finden zu dem Verhandlungstermin am 17. September statt.
 
Die Beschäftigten in der Papierverarbeitung sind mehr wert und lassen sich nicht von den Löhnen anderer Branchen abhängen!
 
 

Mittwoch, 10. September 2014

Krankenkassen nehmen die Chefs in die Pflicht!

Kassen verteidigen den Feierabend gegen die Chefs!

Schon lange weisen Betriebsräte und Gewerkschaften auf die zunehmenden Belastungen der Beschäftigten in den Unternehmen hin. Jetzt schlagen auch die Krankenkassen Alarm. 


Die Welt

Die Welt

Mainpost


Die Arbeitgeber stehen in der Pflicht, die Gesundheit ihrer Beschäftigten besser zu schützen - und es ist auch in ihrem ureigenen Interesse sein, dass ihre Mitarbeiter gesund bleiben.

Aber was spielt das schon für eine Rolle, wenn man nur die Profitmaximierung im Kopf hat...


 

Mittwoch, 3. September 2014

Geschäftsleitung lässt den Spruch der Einigungsstelle durch das Arbeitsgericht überprüfen!

Gütetermin zum Einigungsstellenspruch wegen der Sonderzahlung vor dem Arbeitsgericht!
 
Im August 2013 schüttete die Druckerei C.H. Beck wegen des guten wirtschaftlichen Verlaufs des Geschäftsjahres eine Sonderzahlung in Höhe von 500 € (für Arbeitnehmer in Vollzeit; Teilzeit anteilig) an die Beschäftigten aus. Allerdings nur an Arbeitnehmer, welche die schändlichen Ergänzungsverträge mit teilweisem Verzicht auf tarifliche Jahresleistung und Urlaubsgeld, sowie unbezahlter Arbeitszeitverlängerung im Jahr 2011 oder später unterschrieben hatten. Die anderen Arbeitnehmer (gut 40% der Belegschaft) gingen leer aus.

In der Einigungsstelle vom 2. Juli vertrat der Betriebsrat die Auffassung, dass zu dem guten wirtschaftlichen Ergebnis alle Beschäftigten beigetragen haben und somit auch jeder Mitarbeiter in den Genuss dieser Sonderzahlung kommen muss.

Dieser Argumentation schloss sich der Vorsitzende der Einigungsstelle schlussendlich an und so fällte die Einigungsstelle am 2. Juli, nach zwei Sitzungen, gegen die Stimmen der Arbeitgeberseite, einen Spruch entsprechend dem Antrag des Betriebsrats.

Gütetermin am Arbeitsgericht ohne Einigung!
Diesen Spruch der Einigungsstelle hat die Geschäftsleitung beim Arbeitsgericht angefochten. Die Güteverhandlung am 2. September vor dem Arbeitsgerichtes Augsburg in Donauwörth brachte in der Sache keine Annäherung der Standpunkte.

Wechsel der juristischen Vertretung!
Überraschend war zu Beginn des Termins, dass die Arbeitgeberseite in diesem Verfahren nicht mehr wie bisher von der Fachanwältin des Verbandes Druck und Medien aus Nürnberg vertreten wird, sondern nun von einer renommierten Anwaltskanzlei aus Frankfurt.

Fragwürdige Argumentation der Arbeitgeberseite!
Die Arbeitgeberseite argumentiert nun, dass es sich bei der gezahlten Sonderzahlung nicht um eine Erfolgsprämie gehandelt habe, sondern lediglich um einen Ausgleich der Verzichte aufgrund der Zusatzverträge. Man habe aufgrund der guten wirtschaftlichen Prognose eine Vorschusszahlung gewährt, allerdings nahm danach das Geschäftsjahr aufgrund eines Kunden (?) eine negative Entwicklung… Deshalb, so der Anwalt der Arbeitgeberseite, war dies nur eine Vorschusszahlung aufgrund der Verzichte in den Zusatzverträgen und „habe nichts mit der wirtschaftlichen Situation zu tun“. Hat sich also, quasi rückwirkend, das Motiv für die Sonderzahlung geändert?

Was war es nun: Eine Ausgleichszahlung für Zusatzverträge, eine Erfolgsbeteiligung oder gar eine Streikbruchprämie?

Ein kurzer Rückblick:
 
10.07.2013, 11.30 Uhr:
Die Geschäftsleitung erklärt zeitgleich, jedoch an unterschiedlichen Orten,  dem Betriebsrat und der Verhandlungskommission das Scheitern der Haustarifverhandlungen.

10.07.2013, 13.00 Uhr:
Mitarbeiterversammlung der GL mit Ankündigung einer Sonderzahlung von 500 Euro und schriftliche Information der GL: „…und eine Erfolgsbeteiligung für das laufende Jahr“.

10.07.2013:
Nach dem Scheitern der Haustarifverhandlungen durch die GL, erfolgte ein ; ver.di-Aufruf zum Warnstreik; waren die  in Wirklichkeit 500 Euro als Streikbruchprämie gedacht?

12.07.2013:
Brief an die Beschäftigten, die das Zukunftssicherungspaket II unterschrieben haben. Hier heißt es u. a.: „…wir uns am Markt behaupten konnten und nun die wirtschaftliche Kraft haben, Ihnen etwas zurückzugeben“.

Jeder kann nun für sich entscheiden, wie die Argumentation der Arbeitgeberseite vor dem Arbeitsgericht zu beurteilen ist.

Das Arbeitsgericht wird nach Einreichung der Schriftsätze bis Ende Oktober, einen Kammertermin festlegen.

Egal wie das Arbeitsgericht entscheiden wird, es ist ein Armutszeugnis dieser  Geschäftsleitung, wie hier mit weiten Teilen der Belegschaft umgegangen wird.

Willkür und Spaltung der Belegschaft sind untaugliche Mittel bei der Führung eines Betriebes und gefährden letztlich auch den wirtschaftlichen Erfolg.

 

 

Montag, 1. September 2014

Tarifrunde Papierverarbeitung 2014 für Buchbinderei und Versand!

Erste Runde der Tarifverhandlungen

So wenig sind wir den Arbeitgebern wert!

„Das wäre der schlechteste Lohnabschluss aller vergleichbaren Branchen in diesem Jahr“, sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke zum Angebot der Arbeitgeber.

 Dieses sieht wie folgt aus:

 Keine Lohnerhöhung im laufenden Jahr 2014

 Nach 4 Nullmonaten 2 Prozent ab Januar 2015

 Nach weiteren 15 Monaten, im April 2016, noch einmal 2 Prozent

 Gesamtlaufzeit 30 Monate bis Februar 2017.

Das bedeutet: für die ersten 12 Monate der Laufzeit eines neuen Lohnabkommens sollen die Beschäftigten mit 1,3 Prozent abgespeist werden. Durch die lange Laufzeit von insgesamt 2 ½ Jahren und die vielen darin enthaltenen Nullmonate werden es, so die ver.di-Verhandlungskommission, bei genauerem Hinsehen in der Realität magere 2,5 Prozent auf die Gesamtlaufzeit von 30 Monaten. Das ist absolut inakzeptabel.

„Der HPV zeigt eine absolute Geringschätzung der Leistung und des Engagements der Beschäftigten der Branche“, bewertete Werneke als Verhandlungsführer das Verhalten der Arbeitgeber. Diese wollen offenbar im Nachhinein den Tarifabschluss von 2012 zu ihren Gunsten korrigieren.

Zum Verhandlungsauftakt hatte Werneke betont, dass bei vergleichbarer Forderungshöhe in fast allen Industriebranchen Tarifabschlüsse mit deutlichen Lohnsteigerungen vereinbart wurden. Da die Papierverarbeitung wirtschaftlich geradeaus fahre, gebe es keinen Grund, die Beschäftigten schlechter zu stellen.

Die Tarifverhandlungen werden am 17. September in Berlin fortgesetzt.
 
Ab 1. September ist die Friedenspflicht beendet.

Wir machen Druck!

Donnerstag, 28. August 2014

Pressemitteilung ver.di: Die Zeitschriftenproduktion in der Buchbinderei bei C.H. Beck in Nördlingen wird eingestellt.


Prekäre Beschäftigung bei C.H. Beck weiter auf dem Vormarsch. Tarifflucht, Zusatzverträge, Leiharbeit  und jetzt die deutliche Ausweitung der Werkvertragsvergabe!


Völlig überraschend wurden die Beschäftigten der Buchbinderei und der Betriebsrat von C.H. Beck in Nördlingen vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Geschäftsleitung hat die Entscheidung getroffen, die Produktionsbereiche Sammelheftung und Adressierung als Werkvertrag an ein externes Unternehmen zu vergeben. Die entsprechenden Maschinen werden an dieses Unternehmen vermietet. Der komplette Bereich der Fachzeitschriften des C.H. Beck Verlages wird künftig nicht mehr von der hauseigenen Druckerei in der Buchbinderei fertiggestellt. 

Als Grund gibt die Geschäftsleitung an, dass diese Bereiche in den letzten Jahren wohl nicht mehr kostendeckend betrieben werden konnten. Weitere Informationen erhielten die betroffenen Beschäftigten nicht.

In einer ersten Informationsversammlung des Betriebsrats am 25.08. 2014, wurde diese Entscheidung der Geschäftsleitung, die Endproduktion der Zeitschriften in Nördlingen einzustellen, mit den zehn betroffenen Beschäftigten diskutiert. Kritisiert wurde, dass weder dem Betriebsrat noch den betroffenen Arbeitnehmern nachvollziehbare Zahlen bzw. Argumente über die wirtschaftliche Situation bzw. Rentabilität der Zeitschriftenproduktion vorgelegt wurden. So wird den betroffenen Beschäftigten auch von der Bereichsleitung bestätigt, dass die Laufleistung bzw. die Produktivität an den Maschinen sich ständig verbessert. So bleiben offene Fragen, warum die Zeitschriftenproduktion jetzt eingestellt werden soll.

Was wurde seitens der Bereichs- und Geschäftsleitung unternommen, um die Zeitschriftenproduktion mit den Beschäftigten der Beck’sche weiterhin zu ermöglichen?

Warum wurden mit dem Auftraggeber, dem Verlag C.H. Beck, keine kostendeckenden Preise für diese wichtige Produktion vereinbart?

Laut Geschäfts- und Bereichsleitung müssen sich die Mitarbeiter an der Sammelheftung und Adressierung keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Bleibt abzuwarten, wie diese Angebote der Geschäftsleitung aussehen; Skepsis ist angebracht.

Tarifflucht, Zusatzverträge, Leiharbeit und nun die Ausweitung der prekären Beschäftigung sowie die befürchtete und die mögliche Ausgliederung von einzelnen Abteilungen sind ein Stil des Managements, den viele Kolleginnen und Kollegen wohl so nicht erwartet haben, so ver.di Sekretär Rudi Kleiber.

Weitere Informationen auch unter: www.chbeck-verdi.blogspot.com

Freitag, 22. August 2014

Prekäre Beschäftigung bei C.H. Beck weiter auf dem Vormarsch!


Tarifflucht, Zusatzverträge, Leiharbeit  und jetzt die deutliche Ausweitung der Werkvertragsvergabe!

Die Geschäftsleitung hat die Entscheidung getroffen, die Produktionsbereiche Sammelheftung und Adressierung als Werkvertrag an ein externes Unternehmen zu vergeben. Die entsprechenden Maschinen werden an dieses Unternehmen vermietet. Das heißt, dass der komplette Bereich der Fachzeitschriften des C.H. Beck Verlages künftig nicht mehr von der hauseigenen Druckerei in der Buchbinderei hergestellt wird.

Als Grund gibt die Geschäftsleitung an, dass diese Bereiche in den letzten Jahren wohl nicht mehr kostendeckend betrieben werden konnten. Wenn dies so sein sollte, warum wurde dann nicht schon längst gegengesteuert.

Was wurde seitens der Bereichs- und Geschäftsleitung unternommen, um diese Entwicklung in den Griff zu bekommen?

Ganz offensichtlich zu wenig bzw. gar nichts!

Warum wurden mit dem Auftraggeber, dem Verlag C.H. Beck, keine kostendeckenden Preise für diese wichtige Produktion vereinbart?

Wenn die Situation tatsächlich so schlecht ist, wie behauptet, dann stellt sich die Frage, wie das externe Unternehmen, an das dieser Werkvertrag vergeben wird, mit dieser Produktion künftig Gewinn machen will.

Laut Geschäfts- und Bereichsleitung müssen sich die Mitarbeiter an der Sammelheftung und Adressierung keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Bleibt abzuwarten, wie diese Angebote der Geschäftsleitung aussehen; Skepsis ist angebracht.

Sprechstunde des Betriebsrats
Der Betriebsrat wird in dieser Sache am Montag, 25. August 2014, um 13.00 Uhr eine Sprechstunde für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen in der Kantine (Werk I) abhalten.

Tarifflucht, Zusatzverträge, Leiharbeit und nun die Ausweitung der prekären Beschäftigung sowie die befürchtete und die mögliche Ausgliederung von einzelnen Abteilungen sind ein Stil des Managements, den viele Kolleginnen und Kollegen wohl so nicht erwartet haben.

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, die komplette Zeitschriftenproduktion in der Buchbinderei verlässt die Druckerei C.H. Beck in Nördlingen…
…ist dies der Anfang der Zerschlagung des Standortes Nördlingen?
 
Am 1. September endet im Rahmen der Tarifrunde 2014 die Friedenspflicht für die Buchbinderei und Versand!
 

Mittwoch, 13. August 2014

Der neue Weg der Gerechtigkeit in der Beck’schen!

Geschäftsleitung lässt den Spruch der Einigungsstelle durch das Arbeitsgericht überprüfen!

 
Im August 2013 schüttete die Druckerei C.H. Beck wegen des guten wirtschaftlichen Verlaufs des Geschäftsjahres eine Sonderzahlung in Höhe von 500 € (für Arbeitnehmer in Vollzeit; Teilzeit anteilig) an die Beschäftigten aus.
 
Ein merkwürdiges Verständnis von Mitarbeitermotivation und Führungsverhalten!

Allerdings nur an Arbeitnehmer, welche die schändlichen Ergänzungsverträge mit teilweisem Verzicht auf tarifliche Jahresleistung und Urlaubsgeld, sowie unbezahlter Arbeitszeitverlängerung im Jahr 2011 oder später unterschrieben hatten. Die anderen Arbeitnehmer (gut 40% der Belegschaft) gingen leer aus.

Ausgrenzung durch die Geschäftsleitung – Auch Buchbinderei soll komplett leer ausgehen!

Ganz offensichtlich vertritt die Geschäftsleitung und die Nördlinger Führungsriege die Auffassung, dass nur die Beschäftigten zum wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes beitragen haben, die dem Druck bzw. dem Abpressen von Zusatzverträgen nicht standgehalten haben.
Rund 40 Prozent der Beschäftigten tragen ganz offensichtlich nicht zum wirtschaftlichen Ergebnis der Beck’schen bei bzw. sollen leer ausgehen.

In der Ziffer 2 Abs. 3 der Zusatzverträge war die Ausschüttung einer Sonderzahlung bei Vorliegen bestimmter Produktionskennziffern vorgesehen – diese engen Voraussetzungen lagen jedoch zum Zeitpunkt der Ausschüttung nicht vor. Inzwischen räumt auch die GL ein, dass diese Voraussetzungen für das Geschäftsjahr nicht gegeben waren.  Es handelte sich also um eine von diesen Kennziffern unabhängige Sonderzahlung aufgrund des guten wirtschaftlichen Verlaufs des Geschäftsjahres.

In der Einigungsstelle vom 2. Juli vertrat der Betriebsrat die Auffassung, dass zu dem guten wirtschaftlichen Ergebnis alle Beschäftigten beigetragen haben und somit auch jeder Mitarbeiter in den Genuss dieser Sonderzahlung kommen muss.

Dieser Argumentation schloss sich der Vorsitzende der Einigungsstelle schlussendlich an und so fällte die Einigungsstelle nunmehr am 2. Juli, nach zwei Sitzungen, (gegen die Stimmen der Arbeitgeberseite), einen Spruch entsprechend dem Antrag des Betriebsrats.

Spaltung, Drohung und Einschüchterung gehen weiter!

Nun wird wieder mal versucht, dem Betriebsrat den schwarzen Peter zuzuschieben. Nach dem Motto: „ sofern der Betriebsrat nicht einlenkt, soll die bereits geleistete Sonderzahlung zurückgefordert und bei nächster Gelegenheit verrechnet werden!

Ver.di gewährt Rechtsschutz!

Sollte die Geschäftsleitung tatsächlich versuchen die Sonderzahlung mit anderen Leistungen, z. B. der nächsten Lohn- und Gehaltsabrechnung oder der Jahresleitung zu verrechnen – auf welcher Rechtsgrundlage dies geschehen soll ist allerdings fraglich, wird ver.di allen Kolleginnen und Kollegen Rechtsschutz gewähren!

Am 2. September 2014, 13.00 Uhr findet der erste Termin des Arbeitsgerichtes zur Anfechtung des Einigungsstellenspruchs in Donauwörth statt.

Egal wie das Arbeitsgericht entscheiden wird, es ist ein Armutszeugnis dieser  Geschäftsleitung, wie hier mit weiten Teilen der Belegschaft umgegangen wird.

Willkür und Spaltung der Belegschaft sind untaugliche Mittel bei der Führung eines Betriebes und gefährden letztlich auch den wirtschaftlichen Erfolg.
 

 Tarifverträge schützen – Tarifverträge nützen!
 

Mittwoch, 6. August 2014

Tarifkonferenz und Stadtführung in München!


Einladung

zur Tarifkonferenz Bayern für Kolleginnen und Kollegen der Papierverarbeitung – Buchbinderei und Versand C.H. Beck - am 6. September 2014 im DGB-Haus in München.

 
Ende August startet die Lohn- und Gehaltsrunde für die Beschäftigten in der Papier- und Kunststoff verarbeitenden Industrie. Im Vorfeld haben wir schon in etlichen Betrieben die Belegschaften zur ihrer Arbeits- und Einkommenslage befragt – jetzt geht es darum, unsere Forderungen durchzusetzen.

Am 1. September endet die Friedenspflicht, wir sollten uns also rüsten für einen „heißen Herbst“!

Zur tarifpolitischen Lage wollen wir informieren und mit euch diskutieren:

Beginn der Konferenz: Samstag, 6. September, 10.30 Uhr– Ende ca. 15.30 Uhr

Ort: DGB-Haus München Schwanthalerstraße 64, Saal Ludwig Koch

Referent: Siegfried Heim, Tarifsekretär beim Bundesfachbereich Berlin

 
Wir laden alle Kolleginnen und Kollegen ein, für die die Tarifverträge der Papier- und Kunststoffverarbeitung gelten, ob in der Fläche oder als Haustarifvertrag – wie bei C.H. Beck - sowie alle Mitglieder, die in ihrem Betrieb die Tarifbindung anstreben.

Nach der Konferenz bieten wir allen Interessierten eine alternative Stadtführung „München und die Arbeiterbewegung“. Start ist um ca. 15.30 Uhr direkt am Gewerkschaftshaus.

Für alle Konferenzteilnehmer/innen (und Begleitung) ist die Führung kostenlos.

Wir bitten um Anmeldungen zur Konferenz und zur Führung. Fahrtkosten werden vom Landesfachbereich übernommen, für Verpflegung ist gesorgt.

Anmeldungen: Ver.di Augsburg, Fachbereich 8, rudi.kleiber@verdi.de oder 0821/27954-40.

  
Unsere Stärke wächst mit jedem Mitglied,
der Beitritt lohnt sich!