Freitag, 3. August 2012

Erpressung geht weiter: Druckerei ist der faule Apfel im Korb!

„Die Druckerei ist der faule Apfel im (Beck‘schen Obstkorb)“, sagte Herr Saßnink, die rechte Hand von  Herrn Dr. Hans-Dieter Beck bei der Betriebsversammlung am 23. Juli 2012. Wenn die Belegschaft nicht spurt, drohte er, soll es Auslagerung von Aufträgen geben. Die Druckerei will er auch gleich verkaufen und Leute rausschmeißen. Vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Gutsherrenart, nicht so wie es das Gesetz fordert. Die Argumente haben wir im letzten Jahr des Öfteren gehört. Mit diesen Argumenten haben sie uns persönlich, per Telefon und durch Vorgesetzte Unterschriften für deutlich verschlechterte Arbeitsverträge abgepresst. Nicht die feine Art eines Ehrenmannes! Aber wir haben inzwischen schon kapiert, dass die Beck‘sche nicht mehr das ist, was sie mal war.


Wem’s nicht passt, der soll gehen!

Die Beck-Beschäftigten können ruhig ihre Grundrechte wahrnehmen, ihre freie Meinung äußern oder auch streiken. Aber wenn sie dies tun, werden sie die Konsequenzen tragen müssen. Was wir wert sind und was die neue Kultur in diesem Unternehmen ist, zeigt die Äußerung des Druckereileiters Höhn.

Und wem das alles nicht passt, der soll sich eine andere Arbeit suchen und das Haus verlassen!

Ein Ton der aufhorchen lässt und der uns die Wertschätzung zeigt, die unser Arbeitgeber noch für uns übrig hat. Hau ab, wir sind der Herr im Haus. Was wir wollen wird gemacht. Basta!

Wir bleiben hier!

Schön, dass diese Auffassung der Geschäftsleitung in dieser Klarheit an den Tag kommt. Schön, dass sie uns diese, ihre Wertschätzung so offen zeigt. Nicht schön ist, dass sie mit solchen Tönen und Taten uns den Spaß an der Arbeit verderben und sich selber die Maske vom Gesicht reißen. Die gute Beck‘sche, in der wir uns über Jahre und Jahrzehnte wohlgefühlt haben, für die wir unsere Haut zu Markte tragen, ist nicht mehr.
                                 
Wir werden beschimpft, aber wir bleiben hier! Und wir werden für das kämpfen, was uns zusteht. Wir werden keine Ruhe geben und uns nicht einschüchtern lassen und um unseren Tarifvertrag kämpfen (einschließlich für die Rückkehr der Buchbinderei und des Versandes in den Drucktarif). Wer solche Töne anschlägt, sagt seiner Belegschaft einen Kampf an, den wir nicht wollen.
Aber: Wir wollen nur das was uns zusteht. Drucktarif - mehr nicht.

Spaltung von oben!

Einige Vorgesetzte gingen am Dienstag nach der Betriebsversammlung durch die Abteilungen und forderten die Kolleginnen und Kollegen auf, die Belegschaft jetzt nicht zu spalten. Man müsse jetzt für einige Jahre halt in den sauren (faulen?) Apfel beißen, dann wird alles gut.

Es wird gespalten! Aber von oben! Gespalten durch Druck und Spiel mit der Angst. Es hat sich gezeigt, dass diejenigen, die sich nicht haben erpressen lassen, in Ruhe gelassen werden. Es war die Entscheidung von jedem, aber es war keine freie Entscheidung und es wird auch zukünftig keine bleiben, wie die unverhohlenen Drohungen des Herrn Saßnink zeigen.

Lügen haben kurze Beine!

Bei der Betriebsversammlung am 16.04.2012 erklärte Herr Höhn auf Nachfrage, dass es für Teile von mittleren Führungskräften Sonderzahlungen gab. Dies wurde im ver.di-blog von Kolleginnen und Kollegen wiederholt und kritisiert. Es entstand der Eindruck, dass man auf diese Weise entweder Leute belohnen will, die sich dadurch hervorgehoben haben, dass sie die Beschäftigten besonders effektiv unter Druck setzten oder dass man die erfolgten Kürzungen bei einigen wieder kompensieren will.

Dies wurde jetzt mehrmals von Herrn Höhn bestritten, obwohl es ein Saal voller Kolleginnen und Kollegen gehört hat. Er hat auf der Betriebsversammlung am 23. Juli 2012 erneut erklärt, dass die Feststellung falsch sei. Der Betriebsrat kann sich täuschen, aber dies scheint eine Lüge zu sein.

Denn: Der Betriebsrat erhielt am 9. Februar 2012 eine Mitteilung, dass 4 Kolleginnen und Kollegen Sonderzahlungen erhalten werden. Mitgeteilt wurde dem Betriebsrat per Formular der Geschäftsleitung, wer in welcher Höhe Zahlungen erhalten soll. Wir bleiben dabei, Herr Höhn sagt ohne Not die Unwahrheit vor versammelter Belegschaft. Wir haben dies registriert.

Durch Respekt und Anerkennung der Leistung in eine gesicherte Zukunft!

Drohungen und Erpressungen sind kein Zustand der auf Dauer die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter in der Druckerei sichert. Durch Einschüchterungen lassen sich die Kolleginnen und Kollegen ihr Recht auf gerechte Löhne und Arbeitsbedingungen, die der Tarifvertrag Druck regelt, nicht nehmen. Die Mitarbeiter der Druckerei sind der Motor des Erfolges und haben Respekt und Anerkennung ihrer Leistungen verdient.
 
Nur wenn der Motor bereit ist Leistung zu bringen, wird dieser Standort gesichert. Die Kolleginnen und Kollegen der Druckerei wissen, was sie können und leisten. Deshalb haben sie keinen Grund, sich von leeren Worthülsen und verbalen Attacken einschüchtern zu lassen und stehen für das gerade, was sie sind.
 
Eine Belegschaft fühlt sich nicht weniger Wert als die Herren in München. Eine Belegschaft die durch gesunden Kampfgeist überzeugt. Eine Belegschaft die mit voller Überzeugung und vollem Einsatz eine Rückkehr in den Tarifvertrag fordert.

Investitionen sind Unternehmersache, die lässt sich ein ehrbarer Kaufmann nicht von der Belegschaft bezahlen! Dafür hätte man in den zahllosen fetten Jahren, in denen man 2, 3, 4 oder noch mehr Millionen Gewinn im Jahr gemacht hat, Rücklagen bilden können.

Egal wie viel auch immer der Verlust der Tarifbindung die KollegInnen gekostet hat:
Ein Jahr ohne Tarifbindung – Das ist ein Jahr zuviel!

Kommentare:

  1. Dem ist nichts hinzuzufügen!

    Grüße Peter

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  2. Vielen Dank Thorsten, für deinen ehrlichen und aufmunterden Beitrag!
    Ja, auch die Beck'sche lebt und funktioniert nur durch seine Arbeitnehmer. Zeigen wir den Herren Beck, Saßnink, Höhn und Zoller, dass wir "normal Beschäftigte" auch eine Würde haben. Das sollten wir uns eigentlich schon wert sein...

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  3. Der folgende Kommentar ist speziell für die Herren Höhn und Saßninck. Bekanntermaßen treiben sich diese ja auch in dem Blog herum.

    Liebe Herren Höhn und Saßninck,
    können Sie sich denn selbst im Spiegel noch ansehen? Ich möchte Ihnen hiermit einen Rat geben: Bitte verlassen Sie doch dieses Unternehmen, um diesem nicht noch weiter zu schaden.
    Herr Höhn, machen Sie bitte Platz für einen engagierten Nachfolger, der diesen Betrieb ehrenvoll weiterführen und nach innen und außen vertreten kann. Bitte nehmen Sie Herrn Zoller gleich mit.
    Herr Saßninck, bitte scheren Sie sich zum Teufel. Wenn Sie nicht schon von dort hergekommen sind. Den Weg dorthin zurück finden Sie bestimmt. Irgendwann landen Sie sowieso (wieder?) in der Hölle.
    Ach ja ... mein Lieblingssatz an Sie beide, der es einfach jedesmal trifft: SCHÄMEN SIE SICH!!!

    Um schlauen Kommentaren von den echten "Beckianern" vorzubeugen: Mir ist sehr wohl bewusst dass dieser Kommentar nicht ausschließlich sachlich ist. Deswegen nochmal zum betonen: Dies ist meine persönliche Meinung und mein Glaube. In der Bundesrepublik Deutschland herrscht Meinungs- und Religionsfreiheit!

    Leider kann ich diese, meine, Meinung nicht offen und mit meinem Namen bekanntgeben. Ich gehe davon aus, dass ich sonst in irgendeinerweise beonders nachteilig behandelt werde. Eine eigene Meinung ist in der Beck'schen halt nicht erwünscht.

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    1. Bravo! Genau meine Meinung. Warum wird denn "dort oben" nicht aufgeräumt Hr. Dr. Beck und warum vertrauen Sie Menschen wie Hr. Saßninck oder Hr. Appenberg? Der Fisch stinkt vom Kopf weg!
      Passt gut auf liebe Führungskräfte! Auch ihr bekommt irgendwann eure Rechnung (und die ist sehr, sehr lang)!
      Wir lassen uns solche Äußerungen und eure leeren Drohungen nicht mehr gefallen!

      Ich möchte an alle Kolleginnen und Kollegen appellieren: Haltet zusammen und steht auf! WEHRT EUCH! Zeigt dass ihr mehr Rückgrat habt als die "Obrigkeit" meint.
      Lügt euch nicht selbst an, nur weil's bequemer ist. Traut euch was zu!

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