Sonntag, 3. März 2013



Tarifkommission und Betriebsräte sind sich einig:

So kann man mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht umgehen - Arbeitgeber spielt auf Zeit!


Was die Kolleginnen und Kollegen der Beck’sche schon längst vermuten und auch mittlerweile ganz offen diskutiert wird, die Führung in München und Nördlingen spielt auf Zeit. Vor dem zugesagten Tarifsondierungsgespräch soll nun ein „Kennenlerngespräch" vorgeschaltet werden, so Dr. Beck in seinem Schreiben vom 24. Februar 2013.
 

Mai 2011:
Aufforderung an Geschäftsleitung und Dr. Beck zu Firmentarifverhandlungen „Drucktarif und Altersteilzeit". Ablehnung durch Dr. Beck nach einem Gespräch mit dem Betriebsratsvorsitzenden Werner Wittal und ver.di-Sekretär Rudi Kleiber. In der Nachbetrachtung zu diesem Gespräch musste festgestellt werden, dass dies seitens der Arbeitgeberseite ein reiner "Schau- bzw. Alibitermin" war.

4. Oktober 2012:

Aufforderung an die Geschäftsleitung zu Firmentarifverhandlungen Drucktarif und Altersteilzeit. Antwort der GL: „Wir können Ihnen versichern, dass wir selbstverständlich bereit sind, mit Ihnen diese Themen zu erörtern, sehen aber keine Möglichkeit, dies bis zu einem der von Ihnen vorgeschlagenen Termine (19., 22. oder 25. Oktober) zu realisieren".


17. Oktober 2012:
Erneute Aufforderung an die Geschäftsleitung zu Firmentarifverhandlungen Drucktarif und Altersteilzeit (Terminvorschläge am 23.11., 27.11. und 28.11.2012).
Gesprächstermin am 28.11.2012 mit Herrn Höhn: „Wir müssen dies mit Herrn Dr. Beck besprechen".

17. Dezember 2012:
Warnstreik und Besuch bei Dr. Beck in München – Zusage durch den Beauftragten Herrn Rometsch, dass Dr. Beck mit ver.di ein Tarifgespräch führen wird. In der Folge keinerlei Gesprächsangebot von Dr. Beck!

21. Dezember 2012:
Info-Veranstaltungen mit Dr. Beck, Geschäftsleitung und Dr. Kranert. Massive Drohungen gegenüber den Beschäftigten, aufgrund des "Weihnachtsbesuches bei Dr. Beck in München".

3. Januar 2013:
Aufforderung an Dr. Beck zu Firmentarifverhandlungen Drucktarif und Altersteilzeit.

11. Januar 2013:
Freundliche Erinnerung an Dr. Beck bezüglich unseres Schreibens vom 3. Januar 2013.

21. Januar 2013:
Dr. Beck antwortet auf unser Schreiben vom 3. und 11. Januar 2013.
Zusage für Tarifsondierungsgespräch von Dr. Beck!  „Ich kann Ihnen deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nur zusagen, dass wir uns möglichst zeitnah nach dem Arbeitsbeginn von Herrn Dr. Kranert wegen einer Terminabstimmung in Verbindung setzen werden".

28. Januar 2013:
Ver.di bestätigt Dr. Beck die Gesprächszusage und bittet um einen zeitnahen Gesprächstermin bis zum 1. März 2013.

20. Februar 2013:
Freundliche Erinnerung an Dr. Beck bezüglich unseres Schreibens vom 28. Januar 2013 und gleichzeitig bietet ver.di 3 Gesprächstermine (27.02., 28.02. und 01.03.2013) an.

27. Februar 2013:
Erhalt des Antwortschreibens von Dr. Beck vom 24. Februar 2013.
Der am 28. Januar 2013 von ver.di vorgeschlagene Gesprächstermin bis 1. März 2013 ist nicht möglich bzw. die am 20. Februar 2013 vorgeschlagenen Gesprächstermine für das Tarifsondierungsgespräch (27.02., 28.02. und 01.03.2013) sind laut Dr. Beck nicht frei.
„Ich schlage Ihnen daher vor, dass sich Herr Dr. Kranert und Herr Höhn zunächst mit Ihnen in Verbindung setzen, um einen „Vorab-Kennenlern-Termin" zu vereinbaren und u. a. das nachfolgende Treffen mit mir vorbereiten".
 
Wie beurteilt ihr ein solches Verhalten?

Nun liegt es allein an Dr. Beck, der Geschäftsleitung und Dr. Kranert, den Eindruck zu widerlegen, dass hier auf Zeit gespielt wird und man gar keine ernsthaften Tarifverhandlungen führen will!


Kommentar aus dem C.H.Beck-ver.di-Blog vom 25. Februar 2013:

C. H. Beck hat ein wesentliches Kapital verspielt, das rd. 250 Jahre wichtig war, nämlich die Loyalität und das Vertrauen seiner Mitarbeiter.  
 

Kommentare:

  1. Von H. Dr. Kranert ist wohl kaum Bereitschaft zu einem echten, konstruktiven Dialog zu erwarten. Nachdem Herr John - von der Belegschaft als Hoffnungträger gesehen, aber (warum auch immer) nicht mehr im Unternehmen - aus Sicht der Unternehmensleitung vermutlich ein Reinfall war, wird man Herrn Dr. Kranert auf Herz und Nieren bzgl. seiner Linientreue geprüft haben. Von dem sind keine Arbeitnehmer-freundlichen Aktionen zu erwarten. Sonst würde er die Probezeit nicht überstehen.

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  2. Ich bin Betriebsratsmitglied bei einer Kölner Zeitungszustellgesellschaft (100% Tochter MDS, dieses ganze Verhalten kommt mir doch sehr bekannt vor. Es wird behindert, blockiert, verschoben wo es nur möglich ist. Arbeitnehmerfreundlich sieht anders aus!

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  3. Das finde ich super, dass der Beck Blog auch in Köln gelesen wird und dass wir mit unserer Auffassung in der Beck'sche nicht ganz so falsch liegen, dass wir hier wohl deutlich verarscht werden sollen!

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  4. Was will Dr. Beck denn noch alles vorbereiten? Die Beiden Herren haben doch eh nichts zu melden. Hr. Dr. Kranert muss doch genauso funktionieren wie sein Vorgänger. Nur auf Zeit spielen und die Belegschaft hinhalten. Hoffentlich wird ihm seine Feier derart versaut. Mir wird es übel, bei der Vorstellung in dieser Firma mein ganzes Berufsleben verbracht zu haben.

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  5. Kann es sein, dass sich Dr. Beck den neuen Chef in Nördlingen so ausgesucht hat, weil er mehrere Jahre im Osten (Pössneck) tätig war und dort wohl auch Erfahrung gesammelt hat, wie man Tarifverträge kaputt macht und Arbeiter klein kriegt?
    Auch in der Beck'sche in Nördlingen.......

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