Dienstag, 23. April 2013

Der neue Chef will gleiches Niveau für alle!


Auszug: Rieser Nachrichten vom 13. April 2013


Was soll der Maßstab für gleiches Niveau sein?

Zu dem Bericht der Rieser Nachrichten "Der neue Chef will gleiches Niveau für alle" vom 13. April 2013, wurde nachfolgender Leserbrief am 23. April 2013 in den Rieser Nachrichten veröffentlicht. 
 
Gleiches Niveau für alle, will der neue Chef der Beck’sche. Eigentlich eine gute Sache, zumindest auf den ersten Blick. Will man dieses für die Beck’sche Beschäftigten haben, muss man sich korrekterweise natürlich die Frage stellen lassen, welches Niveau soll der Maßstab sein?
So gibt es für die Druckereibeschäftigten am Standort Nördlingen mindestens vier verschiedene Arbeitnehmergruppen mit unterschiedlichen Arbeitsbedingungen. Hinzukommen zwei weitere unterschiedliche Arbeitnehmergruppen und Entlohnungen in der Weiterverarbeitung und im Versand.
So gibt es bei den Arbeitszeiten eine Spannbreite von einer 35-Stunden-Woche bis zu einer 38,75 Stunden-Woche, bei 3,75 Stunden "unbezahlter Mehrarbeit". Welche Arbeitszeit soll nun hier der Maßstab für das gleiche Niveau sein?
So gibt es drei unterschiedliche Tarife für Schicht-, Nacht- und Erschwerniszulagen. Hier gibt es Unterschiede von bis zu 40 Prozent, bei gleicher Arbeit. Bei der Jahresleistung (Weihnachtsgeld) betragen die Unterschiede bis zu 35 Prozent. Was soll hier der Maßstab sein für gleiches Niveau für alle?
Erhebliche Unterschiede gibt es bei der Entlohnung für gleiche Arbeit und Tätigkeit bei allen Einstellungen ab Sommer 2011 gegenüber den Einstellungen vor der Tarifflucht im Frühjahr 2011. Auch hier muss man die Frage stellen, was soll hier Maßstabsein, für das gleiche Niveau für alle?
Eine Vereinheitlichung der betrieblichen Regelungen/Arbeitsbedingungen in der Druckerei auf Basis der seit Juni 2011 geltenden Zusatzverträge ist nicht nachvollziehbar und akzeptabel.
Wenn Ferienarbeiter in der Beck’sche über zwölf Euro in der Stunde verdienen, so hat dies wohl aufgrund der getroffenen Vereinbarungen zwischen der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat seine Richtigkeit. Die Druckerlöhne liegen in der Beck’sche nicht alle über 18 Euro. Auch hier liegt die Spannbreite der Entlohnung zwischen 17,03 Euro und 19,47 Euro. Auch hier muss die Frage erlaubt sein, welches Niveau soll für Drucker künftig gelten?
Dass der neue Geschäftsführer Dr. Kranert fest zu den Entscheidungen und den Zusatzverträgen der früheren Druckereileitung steht, ist zwar schade, muss aber wohl so sein. Tatsache ist aber auch, dass dieses Chaos an verschiedensten Arbeitsbedingungen erst durch die Tarifflucht und die den Beschäftigten abgepressten Zusatzverträgen entstanden ist. Gespräche mit ver.di wurden trotz mehrmaliger Angebote von der damaligen Druckereileitung ausgeschlagen. Die Zeche sollen wie immer die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tragen!


Rudi Kleiber, Fachbereichssekretär
ver.di Augsburg


Anmerkung der Blog-Redaktion:

Man stelle sich vor, die Beck’sche flüchtet aus dem Drucktarif, den Beschäftigten werden unter Androhung des Verlust des Arbeitsplatzes Unterschriften zu neuen und schlechteren Arbeitsverträgen abgepresst und nun soll über diesen abgepressten Arbeitsverträgen "nur die Überschrift ausgewechselt werden". Aus Arbeitsvertrag wird ein Tarifvertrag und die Welt ist dann wieder in Ordnung!

Kommentare:

  1. Eine Angleichung der Löhne und Bedingungen nach unten darf es nicht geben, Herr Kranert!
    Auch kann es nicht sein, dass man aus den Zusatzverträgen jetzt einen Tarifvertrag macht. Damit würden die ganzen Vorkommnisse (Drohungen, Erpressungen) im Frühjahr 2011 legalisiert und auch bagatalisiert.

    Das darf und kann so nicht sein!

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  2. So nicht Herr Abgeordneter Georg Schmid und "Ex-CSU-Fraktionschef"!
    Im Februar kritisierte G. Schmid, auch im Namen der CSU die mißbräuchliche Anwendung der Werkverträge - auch bei C.H. Beck - im Post vom 16.02.2013 nachzulesen.
    Er selber stellt in der eigenen Familie per Werkvertrag seine Ehefrau an. Laut den Tageszeitungen bis zu einem Nettoentgelt von 5.500 Euro Netto. Und dies alles finanziert aus unseren Steuergeldern....; Offensichtlich alles ganz legal nach dem gesetzt.
    Wer verdient in der Beck'sche 5.500 Euro Netto? Trotz Schicht- und Nachtarbeit?

    Offensichtlich gehen Moral und Anstand immer mehr zugrunde in diesem Land!

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  3. Danke für deinen Kommentar.

    Bin der gleichen Meinung. Ich denke wir haben unseren Beitrag an Opfern geleistet. Dauerhaft kann man uns diese Arbeitsbedingungen nicht abfordern. Das mache ich auch nicht mit. Und mit meiner Meinung stehe ich nicht alleine da. Gott sei Dank!

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  4. Es ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit von unserem Dr. Beck und Dr. Kranert, ob sie tatsächlcih der Meinung sind, dass aus den Zusatzverträgen - die unter massiver Androhung des Arbeitsplatzverlustes zustande gkommen sind - morgen ein Tarifvertrag wird.
    Ist das das Markenzeichen eines juristischen Verlages, der dieses Jahr seines 250-jähriges mit Anstand und Würde feiern will?

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  5. So der richtige typ. Bertelsmann-Manger ist unser Dr. Kranert glaube ich nicht. So richtig schlimme Sachen hat er doch nicht von uns verlangt. Ich warte mal ab, wie er sich bei der nächsten Verhandlung verhält.

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  6. Ach ja also willst du für weniger Geld arbeiten und anders ein gruppiert werden.Noch weniger Weihnachtsgeld und Urlaubs Geld.Du willst die 4schichten mit weniger Schichtzulage.Dir gefehlt es wenn man dir sagt das du an Samstags arbeiten mußt!!! Sag mal was rauchst du gerade??

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  7. Liebe Leute, wie lange geht das jetzt schon so mit Euch und C.H.Beck? Seit 2011. Seitdem: mehr als 100.000 Zugriffe auf den Verdi-Blog, viele Kommentare, viele Meinungen. Jetzt wird nach Dr. Kranert gefragt. Was glaubt Ihr denn, warum Dr. Beck ihn eingestellt hat? Lasst Ihr Euch tatsächlich von dem jovialen Verhalten täuschen? Er ist eingestellt, Dr. Becks Linie zu vertreten! Was sonst? Glaubt Ihr ernsthaft, dass Dr. Beck freiwillig von seinem Weg abgeht? Immerhin hält er Euch schon seit 2011 hin. Wie lange noch? Was kommt danach? Ein günstigerer Haustarif? Wohl kaum! - Euer permanentes Gerede nützt überhaupt nichts, wenn Ihr Euch nicht darauf besinnt, was Eure einzige Chance ist: Gemeinsam für Eure Sache eintreten! Und das heißt nicht, sich hinter der anonymen Menge verstecken, sondern Courage zeigen! Jeder! Im Volksmund "Arsch in der Hose"! - Wenn Ihr das nicht zustandebringt, seid Ihr verraten und verkauft - und letztlich habt Ihr es dann auch nicht besser verdient.

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    1. Das stimmt was du schreibst.Viele haben keine Lust mehr.Die sollen die Leute ein Abfindung zahlen und die wirbellosen behalten und vorsichtshalber eine Hebamme einstellen ;-)

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