Samstag, 11. Juni 2016

2011-2016: 5 Jahre Zusatzverträge - eine Chronik der Schande! Teil II


 
Nach den positiven Urteilen am Arbeitsgericht wollten im Januar 2013 weitere Mitarbeiter ihre Zusatzverträge gerichtlich anfechten. Daraufhin legte die Geschäftsleitung den Beschäftigten einen neuen „Zusatzvertrag 2“ vor, in dem die Mitarbeiter auf juristische Schritte verzichten und dafür mit einer zusätzlichen Entgelterhöhung von 2,8% „entschädigt“ werden (2,5% und 2,8%).


Unter dem Druck der Beschäftigten erklärte die Arbeitgeberseite im Frühjahr 2013 ihre Bereitschaft mit ver.di über einen Haustarifvertrag für die Druckerei zu verhandeln. Obwohl ver.di und die Belegschaft hier zu Kompromissen bereit waren, ließ der Verleger diese Tarifverhandlungen nach elf Verhandlungsrunden im Juli 2013 scheitern.


 
Nachdem das Jubiläumsjahr 2013 (250 Jahre C.H. Beck) vorüber war, verschärften Unternehmens- und Geschäftsleitung ihre Gangart gegenüber den Beschäftigten der Druckerei.

Hier ein kurzer, keineswegs vollständiger Überblick:
  • 2014-2016 massive Werksvertragsvergabe von Buchbindereitätigkeiten (Falzmaschinen, Sammelhefter, Adressierung, Fadenheftung)
  • Januar 2015 Beitritt in die OT-Mitgliedschaft (ohne Tarifbindung) des Arbeitgeberverbandes der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie
  • 2015 Abzug der gesamten Zeitschriftenproduktion in der Weiterverarbeitung am Standort Nördlingen
  • 2015 Schließung des Korrektorats und des Korrekturversands
  • 2015 Kündigung des Überleitungstarifvertrags von 2008 für  Buchbinderei/Versand; Verhandlungen über einen neuen Überleitungs-TV ließ die Arbeitgeberseite scheitern


2016 Kündigung des Anerkennungstarifvertrags für die Buchbinderei und Versand von 2008 zum 31.10.2016. Zusagen des Chefs der Nördlinger Druckerei Dr. Kranert an die Beschäftigten, dass dieser Tarifvertrag nicht gekündigt wird, sind ganz offensichtlich wertlos.

Permanenter, schleichender Personalabbau in unterschiedlichen Bereichen; neuerdings besonders beliebt: verhaltens- und personenbedingte Kündigungen (z.B. wegen Krankheit), siehe Post vom 17.04.2016.

Systematische Senkung des Eingruppierungsniveaus bei Neueinstellungen und neuerdings auch bei langjährigen Beschäftigten

 

Behinderung der Betriebsratsarbeit (u.a. auch durch inszenierte flashmob-Aktionen durch Teile der erfolgreich gespaltenen Belegschaft)

Obwohl sich pausenlos Unternehmensberatungen die Klinke in die Hand geben, wird konsequent auf die Maßnahmen verzichtet, die die Zukunft der Druckerei sichern könnten: Modernisierung des Betriebes durch zukunftsorientierte Investitionen, Optimierung der betrieblichen Prozesse und Verringerung des Wasserkopfes der das Betriebsergebnis mit seinen umgelegten Kosten stranguliert (nichtsdestotrotz werden immer noch schwarze Zahlen geschrieben – ein Zeichen, dass der Betrieb im Kern gesund ist!).
 
Jetzt warten wir schon seit 2012. Wann soll's denn endlich losgehen...?
 
Und und und …

Die Perspektive der Belegschaft kann nur sein:

Überwindung der Spaltung und Rückkehr zur Geschlossenheit!

Den bisher nur zaghaft geführten Kampf gegen dieses ausbeuterische Verhalten wieder aufgreifen und intensivieren!

Gemeinsam kämpfen für eine Rückkehr zur Tarifbindung!

 

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Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  2. Aus diesen Erfahrungen der Drucker, Setzner und Angestellten sollten wir lernen und sehen was aus Versprechungen und Zusagen geworden ist. Die Verzichte laufen unendlich weiter und einige bekommen vermutlich weiterhin ihre fetten Übertarife. Und dazu noch ein Dienstauto, für Jobs wo man kein Beck-Auto braucht. Finanziert auf dem Rücken der Verzichte und künftig darf hier die Bubi noch mit zahlen. Die Verzichte kommen mir vor, wie ein Soli-Zuschlag für die oberen Zehntausend in der Beck'sche!

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    1. Ob fette Dienstwagen oder fette Übertarife hin oder her.Seit selber Schuld,wenn ihr alles unterzeichnet.

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  3. Es gibt bei euch nur einen Weg, wenn ihr weiter eure Arbeitsplätze erhalten wollt. Ihr müsst wie fast überall in der Druckbranche mit schlechteren Tarifen und mehr Arbeitszeit klarkommen. Da führt wohl auch bei euch kein Weg vorbei! Der Druckbereich ist eben nicht so profitabel wie der Automobilbau, der Maschinenbau oder die Elektronik. Leider!

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  4. Über Verzichte kann man ja reden, aber nicht in diesem Umfang.
    Und die Verzichte sind dauerhaft, die Beschäftigungssicherung aber nur zeitlich befristet.
    Und wir haben keinerlei Regelung zu den Drecks-Werkverträgen!

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    1. Mehr Arbeitszeit kann sein,aber ohne Bezahlung. Wo leben wir auf den Philippinen oder in Deutschland. Sowas zu schreiben ist eine Frechheit.

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  5. Werkverträge sind aber immer noch besser als gar keine Verträge und dann der Jobverlust?Werkverträge gibt es inzwischen fast überall und es geht dann trotzdem weiter!!

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    1. Mit Jobverlust wird nur gedroht,damit man einen Werksvertrag unterschreibt.C.H.Beck besteht nicht nur aus 80-100 Beschäftigten, sondern aus 380. In den sauren Apfel müssen immer der Satz/Druck/Bubi beißen.Sowas gibt es in keiner Firma. Die nächsten Deppen sind die im Druck.

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  6. Im Druck gibt es eben - so wie ich das einschätze-keine Alternative zu den Werkverträgen. Alles andere wäre realitätsblind!

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  7. Viele im Druck wurden heute nicht mehr unterschreiben

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  8. Der Bittbrief an den EKD-Vorsitzenden, um in Sachen Tarifvertrag Unterstützung zu erhalten, halte ich für ein Armutszeugnis und klingt doch arg nach Nestbeschmutzung. Dieser Großauftrag für 2017 ( Neue Lutherbibel) sichert doch eure Arbeitsplätze. Das verstehe, wer will??

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    1. wird doch alles fremdvergeben bis auf den druck

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